Geschichtliches der Sprachheilschule Unterägeri
Am 16. Juli 1885 wurde die „Zürcher Heilstätte bei Ägeri für scrophulöse und rachitische Kinder“ eröffnet. Sie stand unter dem Patronat der Ärztegesellschaft von Zürich und Umgebung. Trotz finanzieller Probleme florierte die Heilstätte bis in die Zwanzigerjahre des letzten Jahrhunderts. Dann verlor Ägeri die Konkurrenzfähigkeit mit modernen Kindersanatorien. Unter erschwerten inneren und äusseren Umständen wurde sie noch bis 1951 weitergeführt. Nach der Schliessung diente das Haus in den Sommermonaten als Unterkunft für Ferienkolonien. Eine Zeit lang, bis zum Bezug des Neubaus, war das Säuglings- und Kleinkinderheim „Titlisblick“ (Luzern) einquartiert. 1956 stand das Haus 34 Ungarnflüchtlingen zur Verfügung. Am 20. September 1967 erfolgte die Sprengung der alten Kinderheilstätte. Nach 1942 entstanden mehrere Projekte baulicher und konzeptioneller Art, die aber nicht realisiert wurden. 1960 wurde grünes Licht gegeben für den Bau eines Heimes für schwer sprachbehinderte Kinder. Die Eröffnung war auf Anfang 1964 geplant. Zu jenem Zeitpunkt war der Neubau allerdings noch nicht bezugsbereit. Grosszügigerweise anerbot sich das Kinderheim Dr. Bossard, die neue Sprachheilschule in der Zwischenzeit in ihren Räumen zu beherbergen, da die Familie Bossard schon früher mit der Zürcher Stiftung verbunden war. Erst am 3. November 1964 konnte der Betrieb auf dem Erliberg voll aufgenommen werden. Die erste Leiterin der Sprachheilschule Unterägeri war Heidi Leuthard, die spätere Frau Nussbaumer. Sie leitete die Institution, bis sie Ende 1986 in Pension ging. Ihre Nachfolgerin, Marie-Louise Weber, führte die Sprachheilschule während 18 Jahren bis Juli 2005. Anfangs August 2005 übergab sie die Leitung an Matthias Buzzi, der bis Ende September 2010 die Geschicke der Sprachheilschule in Händen hielt. Seit dem 1. Oktober 2010 trägt nun Andreas Kaiser als neuer Gesamtleiter die Verantwortung. Von April 2000 bis Juni 2001 wurde die Sprachheilschule renoviert und erweitert. Helle und zeitgemäss eingerichtete Arbeits- und Wohnräume unterstützen die förderorientierte Arbeit mit den Kindern. Drei Klassenzimmer, eine Ludothek sowie die Mehrzweckhalle mit Bühne (für Turn- und Theaterunterricht sowie grössere Anlässe) konnte man dadurch zusätzlich gewinnen. |